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Kolpingjugend DV Mainz: In Taizé geht es um viel mehr, als man denkt

In der ersten Sommerferien Woche war die Kolpingjugend des DV Mainz in Taizé. Zusammen mit den zwei Diazösanleiterinnen Pia Held und Jessica Staeck sind sie mit 8 weiteren jungen Erwachsenen die Reise angetreten. Das besondere Highlight war eine persönliche Einladung von Bruder Paolo ein gemeinsames Mittagessen mit den Brüdern von Taizé einzunehmen. Im Zuge dessen konnten wir auch bei Bruder Matthew den Blick auf Jugendverbände im Allgemeinen und der Kolpingjugend im Besonderen schärfen.  So sind wir im nächsten Jahr herzlich eingeladen, erneut mit einer Delegation junger Erwachsener Taizé zu besuchen.

Erfahrungsbericht von Oliver Lörincz

“Wie so vieles im Leben ist meine erste Bekanntschaft mit Taizé durch einen Zufall entstanden. Im Rahmen meiner Frankfurter Firmvorbereitung wurde mir eine einwöchige Reise in den Osterferien nach Taizé angeboten. Da ich noch nichts in den Ferien vorhatte, dachte ich mir gemeinsam mit meinem Bruder: „Wann, wenn nicht jetzt?“ Selbst wenn es uns nicht gefallen würde, hätten wir zumindest etwas Neues ausprobiert, was einem – gerade in unserem Alter – nie schadet. Dann kamen die Ferien und damit die Fahrt. Nach der Woche, die wie im Flug verging, waren wir nicht nur nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil: Wir waren auf verschiedenen Ebenen überrascht. Fast schon so sehr, dass mir meine erste Taizéfahrt mehr im Kopf geblieben ist als meine Firmung selbst. Ohne zu zögern, entschieden mein Bruder und ich uns, mit einigen Freunden, die wir in Taizé kennengelernt hatten, in der ersten Woche der Sommerferien im Namen der Kolpingjugend des DV Mainz erneut nach Taizé zu fahren.

Zu zehnt traten wir die Reise nach Taizé an, die ebenfalls wie im Flug verging. Der diesjährige Schwerpunkt in Taizé lag auf der Frage „What are you seeking?“ („Was suchst du?“). Für viele ist dies besonders in jungen Jahren eine der bedeutendsten Fragen, die einen beschäftigen, da das ganze Leben noch vor einem liegt und die Perspektiven jedes Einzelnen entsprechend vielfältig sind. Gleichzeitig lässt sich dieselbe Frage auch auf den Glauben selbst übertragen. Was ist eigentlich mein Ziel oder gar mein Nutzen? Diese Fragen beziehungsweise der Austausch mit Gott anhand dieser Fragen unter dem Leitgedanken „What are you seeking?“ sind die bekannteren Gründe, weshalb Jugendliche sowie junge Erwachsene eine Reise nach Taizé anstreben. Doch in Wahrheit ist Taizé noch so viel mehr als nur „What are you seeking?“.

Schon bei meiner ersten Taizéfahrt gefielen mir nicht nur der geregelte Tagesablauf mit drei Gottesdiensten sowie den Bibelgruppen und deren philosophischem Austausch, vielmehr überraschten mich die offene Gemeinschaft und deren optimistische Einstellung, die man in der heutigen Welt leider viel zu selten wiederfindet. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass das Kennenlernen neuer Freunde bei unserer ersten Fahrt einer der Hauptgründe war, weshalb mein Bruder und ich diesen Sommer nach Taizé zurückkehrten – und so ist es bei vielen anderen auch. Besonders erwähnenswert ist dabei auch der internationale Austausch unter Jugendlichen, der in Taizé nicht zu kurz kommt.

Eine Sache, die sowohl die spirituelle als auch die gesellschaftliche Seite Taizés unheimlich stärkt, ist der bewusst bodenständig gestaltete Tagesablauf. Dieser beginnt bereits mit der Übernachtung, die entweder in Zelten oder in gemeinsam genutzten Baracken erfolgt. Er setzt sich in den zentralen Sanitäranlagen und den einfach gehaltenen Mahlzeiten fort und zeigt sich schließlich auch in der bewusst seltenen Nutzung von Smartphones und sozialen Medien. Dadurch rücken die wesentlichen Aspekte – der Fokus auf das spirituelle Leben sowie auf Gemeinschaft und persönliche Begegnungen – stärker in den Mittelpunkt.

Trotz des bodenständigen Lebensstils fühlt man sich zu keinem Zeitpunkt unproduktiv. Das hängt auch damit zusammen, dass man unmittelbar nach der Ankunft dazu verpflichtet ist, sich einen Job auszusuchen, den man während der gesamten Woche täglich mehrere Stunden lang ausübt. Diese Aufgaben reichen vom Tellerwaschen bis zum Kochen. Besonders Letzteres, das ich selbst bei meinem ersten Aufenthalt übernommen habe, machte mir unheimlich viel Spaß.“

Für alle Teilnehmenden war die Woche weit mehr als eine Reise. Sie wurde zu einer bewussten Auszeit vom Alltag, geprägt von internationaler Gemeinschaft, persönlichen Begegnungen und einer intensiven spirituellen Erfahrung. Viele kehrten mit neuen Freundschaften, gestärktem Glauben und der Gewissheit zurück, dass die Frage „Was suchst du?“ nicht nur eine Frage für eine Woche in Taizé ist, sondern ein lebenslanger Weg.

Ein Nachtreffen der Gruppe ist bereits für den 24.Oktober geplant. Dort werden die gemeinsamen Erfahrungen noch einmal aufgegriffen und Möglichkeiten besprochen, die Impulse aus Taizé weiterhin in den Alltag und nachhaltig in das Engagement der Kolpingjugend im Diözesanverband Mainz einzubringen.

Bericht Taize 2026

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